Bergkristall vom 21.05.2009

Im Frühjahr konnten wir ich und mein Bruder Norbert wieder mal eine grössere Kluft öffnen, aber der Inhalt viel leider etwas spärlich aus. In der oberen Kluft befand sich nur Lehm und sehr unansehnliche Scherben. Aber in der zweiten Kluft darunter die weiter hinten in die erste lief befand sich ein sehr schöner aber nicht sehr grosser Bergkristall.

 

 

Zepter vom 18.06.2009

Einen Monat später fand ich wieder eine reife Kluft, sie enthielt mehrere einzelne Bergkristalle der grösste war ca. 15cm lang, ein paar Zepter mit der Grösse von ca. 10cm und Perikline mit ca. 5cm Kantenlänge.

Zepter-2009

Rauchquarze vom 19.09.2009

Im Frühjahr sagten wir uns, daß wir heuer Rauchquarze finden wollen. Naja, sowas denkt man sich eigentlich nur so vor sich hin, und ernsthaft glaubten wir eh nicht daran. Die Schwierigkeit liegt ja darin, daß in unserem schönen Raurisertal diese dunkel gefärbten Kristalle nicht so häufig anzutreffen sind. Ist es ja schon schwierig genug überhaupt noch etwas zu finden.

Mitte September zog es uns dann in die höheren Regionen des Tales. Da die Gletscher noch mit viel Schnee bedeckt waren, sind unsere Erwartungen nicht sehr groß. Wir stiegen also am steilen Gletscherrand auf bis zum Fuß einer großen Wand, wo wir schon ein zweimal ohne größeren Erfolg suchten. Matthias ging voran und es viel ihm gleich ein schmales Quarzband auf wo er etwas herumstocherte, weil in diesem Wandbereich keine Kluftanzeichen vorhanden sind entschließt er sich weiterzugehen. Ein paar Meter hinter ihm suchend, kam ich schließlich auch zu der stelle, wo ich gleich mit meinem Pickel ein paar mal auf den recht dunklen Quarz schlug. Dieser knirschte so schön beim Bearbeiten, wie ich es schon bei einigen unserer Klüfte kannte. Das Band war zwar nur etwa sechs bis sieben Zentimeter breit, dennoch holte ich meinen Meißel und Hammer raus und begann zu stemmen. Dieses wurde auch etwas breiter, was meiner Arbeit keinen Abbruch tat. Nach zirca zehn minuten verschwand der Quarz auf einmal und es war nur mehr der Gneis zu sehen. Ziemlich frustriert stemmte ich noch zwei dreimal auf die Stelle, die plötzlich wieder den Quarz zeigte. Sofort tat sich auch schon ein kleines Loch auf wo schon erste Kristallanzeichen zu sehen waren. Sollte das eine Kluft sein? Etwas skeptisch holte ich ein erstes handgroßes Stück heraus und dachte „wowh, das ist ja eine Traumstufe“!

Jetzt sah man auch schon, daß es ein größerer Hohlraum werden würde, und ich entschloß meinen Bruder anzurufen. Wo er denn sei, und ob er zu mir zurück kommen könne. „Ich hab schon einen Sammler" sagte ich in der Hoffnung ihn damit zu überzeugen und es klappte.

In der Zwischenzeit erweiterte ich den Eingang, und als Matthias dann ankam war die Kluft schon sehr gut einzusehen. Wir bargen noch weiteres Material bis schließlich eine Große Stufe an der Kluftseite zum Vorschein kam. Diese schien zu groß zu sein um durch den Ausgang zu passen und wir mußten den Klufteingang erweitern. Das war fast aussichtslos, weil der anstehende Gneis extrem hart ist, und kaum Risse zeigt. Nach einiger Zeit war es aber so weit, Matthias konnte nun die Gruppe herausheben, was nicht so leicht war da es schon die ganze Armlänge brauchte um sie vom Boden durch den Ausgang zu manövrieren. Was für ein Anblick. Eine große Rauchquarzgruppe mit dunkel glänzenden Kristallen ist geborgen. Es folgte noch eine kleinere Stufe wo die Kristalle auf der Weißen Matrix aufsitzen.

Am Ende war die Kluft etwa 1.5m tief 0,7m hoch und 0,5m breit und lieferte außerordenlich schöne Rauchquarze.

 
 

Dieser Fundbericht ist auch in der Ausgabe der
MINERALIEN-Welt 6/2011 (September-Oktober)