Bergkristalle vom Juni 2005

So wie jedes Jahr zog es uns im Frühjahr wieder ins Gelände. Die Gebiete sind bekannterweise aber schon sehr abgesucht, daher entschlossen wir uns, mit dem Seil unser Glück zu versuchen. In einer etwa 70 Meter hohen Wand entdeckten wir mit dem Fernglas eine Quarzader. Wir richteten eine gute Verankerung ein und ich seilte mich zu dieser Stelle ab, die sich im oberen Teil der Wand befand. Hier konnte ich einige Bergkristalle bergen. Weil die Kluft aber schmal war und bald zu Ende ging, seilte ich mich weiter ab. Im unteren Drittel der Wand stieß ich zu meiner Überraschung auf eine offene Kluft. Diese Kluft schien leer zu sein, lediglich an der rechten Seite lag fest gepresster Chloritsand. Hier begann ich zu arbeiten und bald kamen einige Kristallbruchstücke zum Vorschein. Nachdem ich schon einige Stunden im Klettersitz in der Wand verbracht hatte, wechselte ich mich mit meinem Bruder Norbert ab. Als er zu unserem luftigen Arbeitsplatz kam, bemerkte er knapp oberhalb der Kluft einen alten verrosteten Felshaken. Er konnte sich schon vorstellen, wer hier schon einmal vorbeigeschaut hatte, aber vielleicht etwas zu früh das Handtuch geworfen hat. Nun widmete er sein ganzes Interesse aber dem Chloritsack in der Kluft. Bald zeigten sich größere, aber nicht sehr schöne Bergkristalle. Nach intensiver, schweißtreibender Arbeit, die sehr schwierig ist, wenn man frei in der Luft pendelt und keinen Boden unter den Füßen hat, barg er die ersten ausgezeichneten, bis zu 20 Zentimeter langen Bergkristalle. Eine Reihe von erstklassigen Stücken konnte er voller Freude in den Rucksack packen und da die Kluft ideal aufgerissen war, konnten wir auch von der Kluftdecke noch schöne Stufen lösen. Wir seilten uns noch mehrere Male zur Kluft ab. Im Chloritsand lagen auch noch Rutile bis zu 5 cm Länge und 3 mm Dicke, die aber meist beschädigt waren. Calcite gehörten auch noch zur Paragenese dieser Kluft. Beim monatlichen Treffen unserer Ortsgruppe (Stoahucka) im Gasthof Neuwirt zeigten wir unsere Fundstücke. Es stellte sich baldheraus, dass unsere Vermutung, wer den Felshaken zurückgelassen hatte, richtig war. Der nahm´s aber mit viel Humor, immerhin hatte er nun seinen alten Haken wieder. Alle versammelten Stoasucher hatten ebenfalls Grund zum Lachen, und es wurde noch ein außergewöhnlich lustiger Abend.

Bergkristalle vom Oktober 2005

Im Oktober konnten wir noch mal eine Kluft öffnen die schöne Bergkristalle enthielt!